06.06.2018

Armenische Musik im Fokus

Konzert des Instrumentalverein Dortmund

Das späte 19. und das 20. Jahrhundert haben armenische Komponisten hervorgebracht, die heute zum klassischen Repertoire der westlichen Musik gehören, allen voran Aram Chatchaturian, in deren Werken immer wieder Elemente armenischer Volksmusik erklingen. Diesen Spuren möchte der Instrumentalverein Dortmund mit seinem nächsten Konzert am 17. Juni 2018 um 18:30 Uhr im Orchesterzentrum|NRW folgen.

Wir wissen wenig über die reichhaltige armenische Musikkultur, die im anatolischen Völkergemisch zur osmanischen Zeit entstand, als sich die Musikkulturen aus Anatolien, Armenien, Iran und Irak verbanden. Der Priester, Musikwissenschaftler und Komponist Komitas Vardapet (1869 – 1935) sammelte bis zu seiner Vertreibung aus Istanbul im Jahr 1915 die Jahrhunderte alten mündlich überlieferten Volksweisen und schrieb sie auf. Heute gilt er als Retter der armenischen Musik in letzter Stunde; ohne sein Werk wäre das kulturelle Erbe Westarmeniens dem Genozid zum Opfer gefallen.

Neben der Volksmusik sammelte Komitas auch die Werke der fast 2000 Jahre alten geistlichen Musik, die im alten Armenien mit seiner verschollenen Hauptstadt Ani (heute im türkisch-armenischen Grenzgebiet) entstand. Damit zieht unser Programm die Verbindung zur 7. Sinfonie von Jean Sibelius. Die dorischen Skalen der nordischen frühchristlichen Ära charakterisieren dieses einzigartige Werk. Das Aufeinandertreffen der armenischen und nordischen Klangbilder sorgt für einen besonderen Reiz in diesem Projekt.

Zwei junge Komponisten, der armenische Dirigent und Komponist Alexandr Iradyan, und der aus Anatolien stammende Musiker Koray Berat Sarı, nahmen armenische Volksweisen als Ausgangspunkt für aktuelle Kompositionen, die sie für den Instrumentalverein Dortmund schufen. Damit sind bei unserem Konzert zwei Uraufführungen zu erleben.

In den Solopartien ist neben der Violine, gespielt von der armenisch-kurdischen Geigerin Nure Dlovani, auch das armenische Blasinstrument Duduk zu hören, gespielt von Emrah Oğusturk, einem renommierter Duduk-Musiker aus den Niederlanden.

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